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Warum Fokus so gut tut!

  • Autorenbild: Christian Noah
    Christian Noah
  • vor 6 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Nach einem langen und durchaus harten Winter fühlt sich das beginnende Frühjahr wie eine Erweckung an. Zerrieben zwischen den Anforderungen des 40-Stunden-Jobs, alltäglichen Routinen und den dunklen Tagen, verlor mein kreativer Akku täglich an Ladung, bis er im Verlaufe des Winters schließlich in Gänze leer war. Die Kamera blieb im Schrank und mit ihr auch meine Leidenschaft für mein großes Hobby, der Naturfotografie.


Was sich anfangs wie eine große Niederlage im Kampf gegen mich selbst anfühlte, entpuppte sich mit den ersten Frühlingsblüten und dem fröhlichen Gesang der Vögel zunehmend als etwas anderes: als notwendige Pause! Die Auszeit tat mir gut. Der Kopf wurde frei, und ich spürte eine Motivation wie schon lange nicht mehr.

Einfach die Kamera schnappen, rausgehen und alles fotografieren, was mir vor die Linse kommt - ja, das wollte ich!


Die Sonne schien, es war perfektes Fotowetter, und unzählige Frühlingsmotive warteten nur darauf, entdeckt zu werden.


Doch nach der ersten Euphorie kam ich schnell an einen Punkt, an dem der Stressmodus im Kopf wieder ansprang. Was soll ich bloß zuerst fotografieren? Welche Blume ist noch wie lange da? Lieber zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang losziehen? Die Liste an Fragen, die in dieser Zeit durch meinen Kopf schwirrten, ließe sich beliebig fortsetzen. Fakt ist: Die bleierne Müdigkeit des Winters war einem fröhlichen Frühlingschaos gewichen - und in diesem Chaos liegt die Gefahr, den Fokus zu verlieren.


Viele innere Diskussionen später entschied ich mich zu den Märzenbechern zu fahren.

Es sollte sich als die richtige Entscheidung herausstellen. Ein stiller Morgen, nur melodisch durchbrochen von den frühlingshaften Gesängen der unzähligen Vögel. Nur die Natur, mein Motiv und ich. Mein Fokus war zurück!


In völliger innerer Ruhe widmete ich mich den Märzenbechern. Anfangs noch etwas eingerostet, entwickelte sich nach und nach wieder meine Kreativität. Eine Fotoidee folgte nun der nächsten.


Als der Morgen endete und die Arbeit rief, wusste ich: Das sollte noch nicht alles gewesen sein. Ich wollte mich fotografisch noch intensiver mit dieser Art auseinandersetzen und nicht wieder den Fokus verlieren, indem ich sofort zum nächsten Motiv weiterziehen würde. Wie so oft zuvor.



Fünf weitere Male kehrte ich anschließend noch zu den Märzenbechern zurück. Mal im Wald, mal am Bach, mal im eigenen Garten. Mal im Hellen, mal im Dunkeln. Mal am Morgen, mal am Abend. Stundenlang, ohne Druck, ohne Stress - nur mit der Kamera und dem vollen Fokus auf diese eine Art.


Am Ende dieses Prozesses kann ich mit ein wenig Stolz sagen, dass die Märzenbecher-Serie wohl meine bisher kreativste Foto-Serie ist. Warum das so ist? Nun, ich bin der festen Überzeugung, dass der innere Fokus dazu geführt hat, die eigenen kreativen Potentiale stärker zu entfalten.


Immer wieder frage ich mich nun, warum es so schwer ist, den Fokus zu halten? Liegt es an den eigenen Charaktereigenschaften? Liegt es an der schnelllebigen Welt voller Hektik, Erwartungen und Stress? Oder doch an den Gewohnheiten des digitalen Zeitalters? Überträgt sich das ständige Swipen auf dem Bildschirm auch auf unser Verhalten in der realen Welt?


Eine endgültige Antwort bleibe ich euch schuldig. Aber vermutlich ist es eine Mischung aus all dem und noch vielem mehr.


Wir leben in einer Welt, die sich gefühlt immer schneller dreht. Wir können das Karussel nicht anhalten, aber wir können lernen, uns besser festzuhalten.


Apropos Fokus: Wollt ihr wissen, wie oft ich auf mein Handy geschaut habe, während ich diesen Text geschrieben habe?


Zu oft!













 
 
 

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